Chronologie

1224 Erste urkundliche Erwähnung
1291 Urkundliche Nennung der Gemeinde Fanas
1353 Übergibt Johann von Fontnas Leibeigene an Friedrich von Toggenburg.
1436 8. Juni: Gründung des 10 Gerichtenbundes. Die Ursache lag im Ableben des Landesherrn, Graf Friedrich Von Toggenburg.
1440 Fanas zahlt an die Grafen von Montfort 40 Pfund Pfennig Steuer
1496 Die zwei Hochgerichte Schiers und Casterls werden von Gaudenz von Matsch an Erzherzog Sigmund von Österreich verkauft.
1499 Im Schwabenkrieg kämpfen die Prättigauer gegen ihren Landesherrn.
1622 Palmsonntag; die Fanaser beteiligen sich am Kampf gegen die österreichischen Besatzer. Am 7. September wird das Dorf durch eine österreichische Brandabteilung angesteckt und brennt bis auf wenige Häuser ab.
1622/23 Hungerwinter. Um sich durch den bitterkalten Winter durchzubringen, musste in den behelfsmässig instandgestellten Ruinen des Dorfes durchgehungert werden. So wurde z.B. Emd in Milch gesotten und gefrorene Rüben ausgegraben und gekocht.
1649 Auskauf der österreichischen Herrschaftsrechte, allein für die 5 Gerichte Davos, Klosters, Casteis, Schiers, Churwa!den betrug die Auskaufssumme 75'000 Gulden. (Tiroler Währung) Diese Summe konnte durch Darlehen der Städte Zürich, Bern, St. Gallen und Schaffhausen sowie Eigenleistungen der Hochgerichte aufgebracht werden. Damit war dieses Gebiet politisch selbstständig.
1712 Die Plagauerhäuser verbrunnen und nichts "flöcken" können.
1798 Paulus Andreas Polett als letzter Bundeslandammann des 10 Gerichtenbundes. Am 17. Oktober rückten, gemäss Abmachung, österreichische Truppen in Graubünden ein. Damit beginnt eine wechselvolle Zeit der Fremdherrschaft. (Napoleonische Kriege.)
1799 Am 6. März greift der französische General Massena die österreichischen Truppen auf der Steig an, und fällt gleichzeitig über den Kunkels ein. Schon am 7. März wird General Auffenberg mit dem Rest seiner Truppen in Chur gefangengenommen.
1800 15. Juli, unter General Lecourbe, vertreiben französische Truppen die Österreicher wieder.
1816/17 Hungerwinter infolge vorausgegangener Missernte.
1835 Artikel und Gemeindesatzungen. 1. Gesetzessammlung der Gemeinde.
1855 Grosse Auswanderung nach Brasilien. Im März dieses Jahres verliessen 55 Personen unter der Leitung von Lehrer Thomas Davatz ihre Heimat, um sie, mit Ausnahme des Obengenannten, nie mehr wiederzusehen. Vergleiche dazu: Eveline Hassler "Jbicaba", u.a.
1856 Einführung einer Handänderungsgebühr, deren Ertrag in die Spendkasse fällt. (von der Kaufsumme ½ %)
1861 Bau des alten Waldweges von Cresta Tolla bis zum Ronnatobel.
1862 Bau der Strasse Grüsch - Fanas. Kosten Fr. 24'000.-- für Fanas. Bau der 4 Alpschermen, Fadur Mittelsäss, Baukosten Fr. 320.-- ohne Mauerwerk und Dach.
1882 Die Gemeindesäge wird umgebaut. An Stelle des oberschlächtigen Wasserrades wurde eine Turbine moniert.
1883 Aufhebung der Gemeindesatzung. Die Auskaufssumme für die betroffenen Grundbesitzer betrug Fr. 7'000.--. Dieses Geld wurde dem Spend- und Schulfonds zugewiesen. Gleichzeitig wurde die Austeilung von Gemeindegütern beschlossen, an solche, die nicht mehr als 4 Stösse auf Alpen und Heimatallmende bestellen. Zu diesem Zwecke wurde ein grosses Stück Allmende bei der Rötzen gerodet und urbanisiert.
1894 Bau der neuen Hütte. (Vorderalp Ludera)
1898 Bau des ersten Wasserreservoirs. Erbauer: Flütsch und Capun, Inhalt 80 m3. Kosten Fr. 12'000. Gleichzeitig Erstellung einer Hydrantenleitung Gaua - Platz.
1901 Bau der Hütte in Garlitsch. Diese Hütte wurde noch im selben Jahr vom Hirten angesteckt und brannte ab.
1907 Erstellung der Schermen bei der Neuen Hütte durch die Gebrüder Jakob und Bartli Gansner von Seewis. Kosten Fr. 8'000.-.
1909 In Salgina werden die ersten Schermen, gebaut durch die obigen Zimmerleute, Kosten: Fr. 8'400.-.
1914 Ausbruch des ersten Weltkrieges. In Fanas brennen die ersten elektrischen Glühlampen. Den Strom liefert das Elektrizitäts-Werk Lietha, Grüsch.
1915 Im Juli brennen im Plagauer in Folge Brandstiftung zwei Ställe und ein Torkel ab. Der Brandstifter konnte bald darauf verhaftet werden.
1916/17 Eine Lawine zerstört die Obersässhütte Fadur.
1917 Das neue, Grosse Wasserreservoir mit 300 m3 wird gebaut. Dabei wird auch das Hydrantennetz für das ganze Dorf erweitert. Renovation der Gemeindesäge und Anbau für die Fräse.
1918 Am 11. November ist Waffenstillstand. In der Schweiz: Generalstreik der Eisenbahner. Grippenepidemie, ganze Familien waren gleichzeitig krank, jedoch auf Fanas keine Todesfälle. In der ganzen Schweiz forderte diese Epidemie über 25'000 Tote. -- Infolge der Nahrungsmittelknappheit mussten Rationierungskarten ausgegeben werden. Zudem herrschte eine grosse Teuerung.
1920 Die Hirtenhütte in Garlitsch wird von einer Lawine zerstört.
1921 Alpverbesserung Ludera. Neben den Weideräumungen wurde auch die Sennhütte modernisiert. Erbauung der Hütte anno 1709. der 4. Schermen vor 1798. Laut einer alten Schrift "privatsweise erbaut."

Einige Einwohnerzahlen um 1900.

Einwohnerzahlen

Jahr Einwohner
1835 367
1850 373
1860 334
1870 328
1880 321
1888 278
1900 282
1910 261